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Dietrich Lohff | Requiem für einen polnischen Jungen

Sonntag, 26. Februar 2012, 17:00 Uhr in der Kirche der Andreas-Gemeinde

Dietrich Lohff (* 1941) hat in seinem „Requiem für einen polnischen Jungen“ acht Gedichte von Opfern und Verfolgten des Nationalsozialismus eindrucksvoll vertont. Sein Werk gehört zu den wenigen Werken zeitgenössischer Komponisten, die nicht nach der Uraufführung in Vergessenheit geraten sind - im Gegenteil: mit insgesamt über 60 Aufführungen seit 1998 scheint es immer bekannter zu werden.
Über seine Musik schreibt Dietrich Lohff im Vorwort zur Partitur: „Nur ein einfacher, tonaler und meist relativ leicht zu singender Chorsatz. Das musste so sein. Ich habe es nicht übers Herz gebracht, auf den lautlosen Tod eines kleinen Jungen mit gigantischem orchestralen Aufwand zu reagieren und seine Ermordung zu beklagen, als gelte es, das Ohr einer schwerhörigen Gottheit zu erreichen. Da ist kein Held gestorben, dessen Tod man mit einem kathedralenhaften Chorwerk zelebrieren könnte. Ich wollte auch nicht die Botschaft, die mit den vertonten Texten auf uns gekommen ist, in einer Sprache Musik werden lassen, die nur schwer verständlich ist.“
Dietrich Lohffs Musik will Sprachrohr sein. Die Musik verdeckt nichts. Sie stellt sich ganz in den Dienst des Wortes. Sie findet den treffenden Ton, einen Ton, der zum Herzen spricht. Die Opfer kommen selbst zu Wort. Wir hören die Mutter, die zu ihrem Kind spricht, während der Zug nach Auschwitz rollt. Wir hören das Kind, das leben möchte. Wir sehen den langen Zug der Toten und die Trostlosigkeit der Heimkehrenden. Wir werden aufgewühlt von den Worten des Arztes, der bereits 1934 den faschistischen Staat auf dem Weg ins totale Verbrechen sieht und zum Widerstand aufruft.
Am Ende steht ein schlichtes Lied, dann schweigen auch die wenigen Instrumente. Die letzten Worte des Kindes vertragen keine Begleitung. „Für das, was wir ertragen, ist jede Sprache stumm.“

Eintritt jeweils 12,00 Euro ermäßigt 10,00 Euro (Studenten, Arbeitslose, Schwerbehinderte), ermäßigt 5,00 Euro (Schüler). Karten nur an der Abendkasse.

Swantje Tams Freier, Sopran
Knabensopran
Das Projektorchester Bremen
Konzertmeisterin: Antje Kidler
VOX Vocalensemble an St. Remberti
Leitung: Rolf Quandt